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Ernährung von Pferden mit Stoffwechselstörungen

Aktualisiert (Dienstag, den 24. August 2010 um 09:47 Uhr)

Der Verdauungstrakt der Pferde ist auf die Verwertung von faserhaltigem Futter wie Gras und Heu ausgerichtet. Im Laufe der Domestikation hat sich nicht nur die Nutzung und Haltung verändert, sondern auch die Fütterung. In freier Natur ist das Pferd bis zu 16 Stunden täglich mit kontinuierlichem Fressen beschäftigt. Bei der heutigen Stallhaltung beschränken sich die Mahlzeiten auf zwei bis drei täglich. Dabei wird ein Teil des Bedarfs mit stärkehaltigen Energiekonzentraten wie Getreide gedeckt. Auch das Weidegras entspricht nicht dem Steppengras oder dem kargen Gras, dass z.B. Islandpferde auf ihrer Heimatinsel vorfinden. Die hochgezüchteten Gräser sind eiweißreich und energiereich (hoher Zuckergehalt) und können ähnliche Insulin- und Glukosespiegel auslösen wie Getreide. Die veränderte Futtersituation kann zu Stoffwechselstörungen führen.

Bei der Ernährung von Pferden mit Stoffwechselstörungen muss man einiges beachten. Zwar sind die Krankheitsbilder von Muskelstoffwechselstörungen anders wie die vom Metabolischen Syndrom (EMS), Hufrehe oder Cushing, die Fütterung ist in einigen Punkten aber gleich:

  • Bedarfsgerecht ernähren, nicht mehr als notwendig!
  • Energie- und Eiweißversorgung über faserhaltige Futtermittel (Heu und (unmelassierte) Rübenschnitzel).
  • Wenig bzw. gar keine stärkehaltigen Futtermittel (Getreide).
  • Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen (möglichst ohne Melasse)
  • Öle oder fetthaltige Futtermittel (Leinkuchen, Reiskleie) zur Deckung des Energiebedarfs (Vorsicht bei EMS)

Fütterung von Pferden mit Metabolischem Syndrom, Cushing, Insulinresistenz und Hufrehe-Neigung:

  • Leistungsgerechte Menge an Heu, kann vor Verfütterung gewaschen werden, um wasserlösliche Fruktane auszuschwemmen.
  • Vitamin E-Zulage
  • Bei schlechter Heuqualität, Aminosäuren zufüttern.
  • Wenig oder kein Weidegang.

Fütterung von Pferden mit Muskelstoffwechselstörungen:

  • Zulage an zellschützenden Antioxidantien: Vitamin E und Selen
  • Ausreichende Salz und Elektrolytversorgung
  • Schwankungen des Blutzuckerspiegels durch Fütterung vermeiden:
    • Als Energieträger Öle einsetzen (auch Reiskleie und Leinkuchen)
    • Heu vor Kraftfutter füttern
    • Stärkeaufnahme über das Getreide so gering wie möglich halten, d.h. häufig kleine Kraftfuttermahlzeiten anbieten
    • Getreidemischung mit Öl anbieten