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Bei Magengeschwüren richtig füttern
Aktualisiert (Donnerstag, den 19. August 2010 um 08:43 Uhr)
Kennzeichen / Ursachen:
Magengeschwüre sind mittlerweile eine Zivilisationskrankheit geworden, deren Ursachen sind meist fehlerhafte Haltungs- und Fütterungsbedingungen. Die Diagnose ist häufig schwierig, da sie sich durch allgemeine Krankheitserscheinungen äußern. Eine endgültige Diagnose kann nur durch eine Gastroskopie erfolgen.
Der Magen des Pferdes teilt sich in zwei unterschiedliche Teile, den drüsenlosen und dem drüsenhaltigen Teil. Der drüsenlose Teil des Magens ist von einer Schleimhaut überzogen, während der drüsenhaltige Teil Magensäure und Verdauungsenzyme ausschüttet. Der Magen des Pferdes ist auf eine kontinuierliche Zufuhr von Nahrung eingestellt, er produziert ständig Magensäure. Der Speichel des Pferdes ist basisch und der Nahrungsbrei puffert die Säure im Magen ab.
Geschwüre im drüsenlosen Teil kommen häufig durch ein falsches Fütterungsmanagement zustande. Die Futterpausen sind zu lange. Die Kraftfuttermenge ist zu hoch, die Raufutterration zu knapp. Besonders Sportpferde sind betroffen, ihr Energie- und Trainingsbedarf ist stark erhöht. Frisst ein Pferd kurz vor einer Trainigseinheit Kraftfutter, so ist der Magensäure-Futter-Brei recht wässrig und durch die Bewegung schwappt Magensäure in den drüsenlosen Teil. Die Geschwüre sind meistens im Bereich der Speiseröhre oder im Übergang zur Drüsenzone lokalisiert.
Im drüsenhaltigen Teil entstehen Geschwüre vor allem dann, wenn die körpereigene Schutzschicht geschädigt ist. Das kann durch Stress (mangelnde Durchblutung), durch Fermentation von Futtermitteln, Medikamente (Entzündungshemmer) oder durch den
Rückfluss von Futterbrei aus dem Dünndarm der Fall sein.
Magengeschwüre sind mehr oder weniger tiefe, manchmal blutende Krater in der Magenschleimhaut. Sie entstehen sowohl durch eine Schwächung der schützenden Schleimhaut des Magens als auch durch übermäßig gebildete Magensäure. Das Schleimhautgewebe entzündet sich und stirbt schließlich ab. Einige Magengeschwüre heilen von selbst wieder. Bei vielen jedoch entstehen großflächige oder tiefe Wunden in der Magenschleimhaut.
Sichtbare Krankheitsanzeichen sind stumpfes Fell, Gewichtsabnahme, verminderter Appetit, aufgedunsener Bauch, häufige leichte Koliken, Apathie, Zähneknirschen oder vermehrter Speichelfluss.
Fütterungs- und Haltungstipps:
- Stress vermeiden bzw. reduzieren
- Soziale Kontakte mit anderen Pferden ermöglichen
- Wenn möglich Weidegang, ansonsten viel Heu
- Kraftfutter nur wenn notwendig und dann in vielen kleinen Portionen.
- Pektine und Schleimstoffe z.B. aus Leinsamen und Apfeltrester zum Schutz der Schleimhaut.
- Lecithin zufüttern. Sie sind die Bausteine der Schleimhautzellen.
- Keine langen Pausen zwischen den Fütterungen
- Medikamente zur Hemmung der Säureproduktion
- Raufutter vor dem Kraftfutter füttern
- Viele, kleine Portionen füttern.
Fütterungsempfehlung:
Beispiel-Ration für ein 600 kg Warmblut, leichte Arbeit:
Heu zur freien Verfügung
1kg HEU-FLAKES
1kg Rübenschnitzel
200ml Leinöl (langsam anfüttern)
200g Leinkuchen
80g Mineralfutter BASIS
Pferde mit Magengeschwüren





