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Haut - Teil II
Aktualisiert (Dienstag, den 14. September 2010 um 07:40 Uhr)
Die Haltung, Behandlung und Fütterung
Das größte Organ des Pferdes, die Haut, ist durchschnittlich gerade einmal 3,8 Millimeter dick. Zusammen mit dem Haarkleid bildet sie eine Barriere gegen Keime, Bakterien und Parasiten, schützt vor mechanischen Verletzungen und schirmt das Pferd gegen Sonne und Regen ab. Die oberste Schicht der Haut besteht aus verhornten Zellen und einer Emulsion aus Talg und Schweiß. In den Zwischenräumen dieser Zellschicht tummelt sich eine Vielzahl von Kleinstlebewesen - erwünschten, wohlgemerkt. Rund zwölf Bakterien- und etwa 31 Pilzarten leben auf der Haut und im Fell eines gesunden Pferdes. Wehe, das sensible Geichgewicht dieser Mikroflora ist gestört. Schädliche Bakterien und Pilze können sich ausbreiten und zu Erkrankungen der Haut führen.
Die Behandlung von Hauterkrankungen erweist sich oft als schwierig und langwierig. Stellvertretend sei das Sommerekzem genannt. Seit über zehn Jahren befindet es sich auf dem Vormarsch. Den Grund dafür sieht Tierärztin Gabriele Stark in ihrer Doktorarbeit über die Ursachen des Sommerekzems vor allem in den veränderten Haltungsformen. Seit immer mehr Pferde extensiv, also auf Kopplen, gehalten werden, kommen sie eben auch häufiger mit Mücken in Kontakt und entwicklen deshalb eine Allergie. Als “Hauptübeltäterin” gilt die weibliche Mücke der Gattung Culicoides, auch Gnitze oder Kriebelmücke genannt. Auf die Stiche reagiert das Immunsystem mit Histaminen - Gewebshormone, die einen starken Juckreiz auslösen.
Wie jedoch lässt sich das Sommerekzem erfolgreich bekämpfen? Hier gehen die Meinungen auseinander - womit sich auch das Hauptproblem zeigt: es gibt kein Patentrezept. Futtermittelhersteller beispielsweise, die das Sommerekzem auf ein Futterproblem reduzieren und dieses alleine mit der “richtigen” Ernährung lösen wollen, argumentieren nicht seriös. Sicherlich kann die Fütterung den Ausbruch der allergischen Reaktionen bzw. deren Behandlung positiv beeinflussen, dies gilt aber auch für folgende andere Faktoren: die Haltung, die Verwendung von Pflege-Produkten und natürlich der Einsatz unterschiedlicher Medikamente.
Im Vordergrund steht dabei immer die Individualität des betroffenen Pferdes! Was bei dem einen Pferd hilft, kann schon beim Boxen-Nachbarn wenig oder gar nicht wirken. Die folgenden Tipps und Ratschläge gehören zu den häufigsten genannten Empfehlungen aus der Fülle veröffentlichter Literatur oder Artikeln aus Fachzeitschriften.

Die Haltung
Wenn möglich, sollten windgeschützte Weiden in der Nähe von Feuchtgebieten vermieden werden. Von Mai bis Oktober den Weidegang auf die Zeit zwischen 9 und 16 Uhr (noch sicherer: 10 bis 13 Uhr) beschränken. Den Stall oder Unterstand “mückenunfreundlich einrichten” - also dunkel, kühl, ohne Pfützen und Mistberge, eventuell mit Vorhang. Die Weide regelmäßig von Pferdeäpfeln säubern. Scheuermöglichkeiten ohne Verletzungsgefahr anbieten.
Die Behandlung
Der Einsatz von Arzneimitteln - genannt seien Cortison oder Insulininjektionen - sollte nur durch den Tierarzt erfolgen. Aber auch alternative Behandlungsansätze wie Eigenbluttherapie, Desensibilisierung oder der Einsatz homöopatischer Mittel sollte von erfahrenen Tierärzten oder Heilpraktikern durchgeführt werden. Unterschiedliche Therapien sollten Sie nicht miteinander kombinieren. Dies macht eine Erfolgskontrolle nahezu unmöglich.
“Sprühen und Schmieren”
Das Angebot an Ölen, Salben oder (Fliegen-) Sprays ist riesig. Die in diesem Katalog angebotenen Mittel zeichnen sich durch gute Qualität und ein vertretbares Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Aber auch hier gilt der Grundsatz: Sie müssen probieren, bis Sie das Mittel Ihrer Wahl gefunden haben. Und: es muss nicht immer das teuerste Produkt sein, das ihrem Pferd hilft.
Die Fütterung
Misstrauen Sie Herstellern, die Ihnen “das ultimative Wundermittel” empfehlen. Oft müssen verschiedene Zusätze - von Kieselgur bis Knoblauch - getestet werden, bis ein Mittel den gewünschten Erfolg bringt.
Positiv beeinflussen können:
· Gutes Raufutter, wenig Energie
· Frisches Gras von sticksoffgedüngten Weiden meiden
· Wenig Mühlen-Nachprodukte wie Weizenkleie oder Haferschälkleie
· Auf die Mineralienversorgung achten (wichtig: die Spurenelemente Zink, Kupfer und Selen)





