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Bei Hufrehe richtig füttern
Aktualisiert (Donnerstag, den 12. August 2010 um 10:53 Uhr)
Kennzeichen / Ursache:
Unter Hufrehe - auch Hufverschlag oder Rehe genannt - versteht man eine nichtinfektiöse, für das Pferd sehr schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut.
Die Huflederhaut ist die entscheidende Nahtstelle zwischen dem Hufbein und der Hufkapsel. Sie sorgt für den Zusammenhalt zwischen Knochen (Hufbein) und den Hufblättchen. Darüber hinaus ist sie für die Hornbildung verantwortlich. Durchblutungsstörungen führen zum Austritt von Blutwasser, die Verbindung zwischen Hufbein und Hufkapsel lockert sich. Die Folge: Es kommt zu der gefürchteten Senkung und Drehung des Hufbeins. Im Extremfall kann es die Hufsohle durchdringen.
Die Ursachen von Hufrehe sind unterschiedlich:
• Belastungsrehe (z. B. durch lange Ritte auf hartem Boden)
• Geburtsrehe (ausgelöst durch nicht kompletten Abgang der Nachgeburt)
• Vergiftungsrehe (ausgelöst durch Giftpflanzen)
• Futterrehe (ausgelöst durch zuviel Getreide (Stärke) oder Gras (Fruktane)).
Hier wollen wir auf die Hufrehe eingehen, die durch Weidegang hervorgerufen wird.
Wieso löst Gras eine Rehe aus?
Fruktane sind langkettige Zuckermoleküle die nicht von den Dünndarmenzymen geknackt werden können. Sie gelangen unverdaut in den Dickdarm und werden dort von den Bakterien aufgeschlossen, organische Säuren entstehen, der Dickdarm übersäuert. Das führt dazu, dass die weniger säureresistenten Bakteriengruppen absterben und die säureliebenden Bakterien vermehren sich stark. Die absterbenden Bakterien geben Gifte ab (Endotoxine) und die sich vermehrenden bilden Gifte und so genannte biogene Amine. Diese Gruppe gelangt durch den Blutkreislauf auch in die Kapillargefäße des Hufes und löst dort eine Kette von Reaktionen aus, welche in einer Hufrehe endet.
In vielen Fällen sind die Körperzellen durch eine Insulinresistenz vorgeschädigt, diese Pferde reagieren viel sensibler auf höhere Fruktanmengen im Gras als gesunde.







